Grosser Feldberg (Berg 3)

Der Grosse Feldberg ist mit einer Höhe von 881 Metern der höchste Berg im Taunus und das Zentrum des Taunus-Hauptkammes. Bereits den letzten Kilometer vor der Ankunft kann man den 1937 errichteten Fernmeldeturm sehen. Zu erreichen ist er sowohl über seine Süd- als auch über die Nordseite mit einer Länge von circa jeweils 12 Kilometern.

Blick hinter dem Teufelsquartier

Die letzte grosse Kurve ist das „Teufelsquartier“ der Brunhildisfelsen, einer Sage nach soll Brünhild, eine kriegerische Königin aus dem Norden, an diesem Ort in Schlaf versetzt worden sein, die Bezeichnung Teufelsquartier kommt allerdings von dem dort in der Antike errichteten Steinturm am Nordhang des Berges.

Den Feldberg hab ich somit erstmal zu meinem offiziellen Hausberg erklärt. Bei meiner ersten Fahrt habe ich auch gleich eine nette Gruppe Radfahrer getroffen die mich begleitet haben und denen ich von den 100 Bergen erzählen konnte. Hausberge sind wichtig, da kann man mal denken, oder auch mal nicht. Einfach mal zum Cafe rauf fahren und die Welt vergessen. Hausberge sind geduldig und sie kennen viele Geschichten über uns. Und wir über die Hausberge. Sie sind geduldig, wie alle Berge. Lange Zeit war der Tibidabo sowas wie mein Hausberg, wenn auch mit etwas weniger Höhenmetern als der Feldberg, aber schon so etwas wie mein Zweitwohnsitz, wie meine Freunde sagten, oder eher Erstwohnsitz, denn meist fand man mich eben dort.

„Du musst einfach nur hochfahren“ das hat mein Fahrradfreund immer gesagt, als ich noch völlig verzweifelt nie daran geglaubt hab das ich jemals auch nur irgendeinen Berg hochfahren werde. Wenn ich ganz ehrlich bin musste ich am Anfang schon vor einer Autobahnbrücke kapitulieren. Meine Beine wollten einfach nicht mehr. Der Anfang ist schwer, vor allem, wenn man wieder aufstehen muss. Wenn es nicht funktioniert so wie man es gewohnt ist. Ich wusste einfach keine Lösung, ich wusste nur, dass das ganze früher eigentlich gar nicht so schlimm war und heute nicht mehr funktionierte.

„Aber du läufst ja auch einfach den Berg rauf, also fahr einfach, Berge sind geduldig. Und weglaufen tun sie auch nicht“. Fahr einfach. Das hab ich mir zu Herzen genommen, beim Laufen lernen schon. Lauf einfach. Der entscheidene Punkt ist nämlich, wenn du dich entscheidest zu fahren dann hast du den Anfang schon gemacht. Wichtig ist die Entscheidung zu treffen loszufahren oder zu laufen, manchmal dauert es etwas länger, aber wenn man gar nicht erst anfängt, dann kann man auch nicht ankommen.

Gipfelkreuz Grosser Feldberg

Das ist ein ganz wichtiger Punkt, manchmal haben wir vielleicht nur eine ganz geringe Chance, machmal verschwindend gering. Als ich wieder laufen wollte habe ich meinen Arzt gefragt wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist das ich es schaffe, 10% war die Antwort, wenn wir optimistisch sind. Die Wahrscheinlichkeit das die Knochen unter der Belastung einfach wieder brechen war um einiges höher. Aber es waren die 10% an die ich geglaubt habe und mich dazu bewegt habe es zu versuchen. Und in dem Moment erschienen sie mir als eine ziemlich hohe Wahrscheinlichkeit. 10% und ich hab mein Herz in die Hand genommen und bin losgelaufen. Und genau das brauchte ich in dem Moment, das ich einfach loslaufe beziehungsweise losfahre. Die Entscheidung zu treffen es zu versuchen ist einer der wichtigsten Schritte am Berg und im Leben.

Meine Hausberge (ich hab da ein paar von) sind sehr geduldig, das muss man auch sein mit mir. Und ich weiss das zu schätzen. Viele Geschichten liegen hier, Schweiss, Tränen, Lachen und unzählige Stunden mit Freunden und mir selbst, irgendwann kennt man sie, das hat mir mein Trainingskollege schon immer gesagt, du weisst wo du trinkst, wo du schaltest, wie du wann wo atmest, wann dein Herz schlägst, du musst Morgens nichtmal mehr wach werden, das reicht wenn du wach bist, wenn du oben angekommen bist. Viele Male haben wir genau das getan, bis ich genau das wieder konnte. Seelenruhig begleitet mit einer Ruhe die man glaube ich am Berg lernt oder lernen muss. Man trifft an ihnen viele Menschen, sich selbst auch wenn man geduldig ist oder wird, einige früh morgens bei Sonnenaufgang, wenn die Welt noch schläft. Das sind meist die schönsten Stunden die uns die Hausberge erleben lassen, wenn die Sonne aufgeht und man weiss das es so einfach ist, man muss nur hochfahren.

#cyclingforkids #radfahrenfürkinder #mountainsmatter

2 Kommentare zu „Grosser Feldberg (Berg 3)

  1. 1000% Zustimmung zum Thema Hausberg. Wir mögen sie, und sie mögen uns. Sie geben uns etwas, was wir manchmal auf langen Strecken vergeblich suchen; z.B. ein Gefühl von Geborgenheit. Und jedes mal wenn wir oben stehen belohnen sie uns mit einer neuen Aussicht, die wir vorher noch nicht kannten. Dann wissen wir; wir hätten was verpasst, wenn wir nicht raufgefahren wären.
    Allerdings sollte jeder Hausberg irgendwie mit einem kleinen Cafe in den Bergen oder jenem seltenen Bäckerladen verbunden sein. da wo man reinkommt, und der Geruch nach frischen Kuchen und Kaffee einem empfängt :-). Dort hat man dann seinen Stammplatz, der bitte niemals besetzt sein darf. Und dann ist man „zu Hause“.
    Viel Freude dir beim nächsten Anstieg

    Gefällt 1 Person

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