Altkönig und Kirchberg

Der Altkönig 798 m und damit der dritthöchste Berg im Taunus, erreicht habe ich ihn über Falkenstein über den Sattel vom Fuchstanz. Mit dem Rennrad ist das Bergplateau nicht zu erreichen, da es hier keine befestigte Strasse gibt auch mit meinem Gravelbike hatte ich hier doch auf den letzten Metern noch ganz schön zu kämpfen bis ich dann den Gipfel erreicht hatte und die Aussicht über den Taunus geniessen konnte.

Blick vom Altkönig

Das gesamte Gebiet um den Altkönig herum ist wunderschön zum Laufen, Wandern und Radfahren und meiner Meinung nach immer einen Ausflug wert.

Am folgenden Tag ging es dann in Richtung Bayern nach Freigericht über den Kirchberg und einen Abstecher nach Kirchberg, diese Runde kann man auch noch sehr schön erweitern mit einer Fahrt rauf zum Engländer, das wird sicherlich in der Zukunft auch noch folgen.

So konnte ich an einem Wochenende wieder 2 weitere Berge erobern und auf meine Liste hinzufügen. Neue Orte erkunden, Fahrrad fahren und was besonders wichtig ist Erinnerungen sammeln. Neues entdecken.

Als ich oben auf dem Altkönigplateau gesessen bin habe ich darüber nachgedacht, in der vergangenen Woche habe ich meine Umzugskartons ausgepackt und Sachen eingeräumt. Ich habe auch meine Pokale gefunden, die die ich noch habe, eine Schublade voll mit Medaillen und fast einen halben Schrank voll mit Rennshirt. Aber eigentlich ist das viel mehr. Es sind Erinnerungen. Grossartige Erinnerungen, nicht nur an die Tage oder den Moment sondern auch an den Weg dahin. An alles was ich dabei erlebt habe und vor allem erleben durfte. Es ist eigentlich so viel mehr als nur etwas was man in einen Karton oder Schublade packt. Es sind all die Stunden die darin stecken und die Momente. Alles was man mitnimmt auf dem Weg und über die Berge, was uns beeindruckt in welcher Weise auch immer.

Ich habe immer gedacht das es eigentlich nur Staubfänger sind, nicht das ich nicht stolz darauf bin, aber die Trophäe an sich ist halt nun mal ein Gegenstand, der halt dann auch einstaubt. Viele Jahre habe sie deswegen im Schrank verbracht. Bis ich erkannt habe das sie auch Erinnerungen sind. Ich hab sie aufgestellt und wenn ich heute an ihnen vorbei gehe dann erinnern sie mich, nicht an den Moment, in dem ich sie bekommen habe, sondern an das Rennen und die Momente. Ich erinnere mich auf einmal wieder daran wie ich auf dem Pyränen Pass stand, die Wolken unter mir und ich völlig überwältigt war das ich da oben bin. Ich habe auch eine schwarze Medaille aus Australien, bei dem Rennen habe ich mir einen Ermüdungsbruch zugezogen aber bis heute erinnere ich mich einfach an die wunderschönen Nächte im Outback und die Milchstrasse über meinem Kopf, der Sternenhimmel im Outback ist unbeschreiblich.

Man sammelt als Sportler nicht nur Trophäen, man sammelt Erinnerungen, unbeschreibliche, die wir in unserem Kopf haben oder in einem Karton, in Worte sind sie meist schwer zu fassen, weil jeder diese Momente anders erlebt und sie für jeden einzigartig sind.

Aber wir können versuchen es anderen Menschen auch zu ermöglichen ihre eigenen Erinnerungen zu sammeln oder sie mit uns gemeinsam zu erleben. Ich bin schon um Menorca gelaufen, die ganze Insel. Die Grenzmarkierung welche ich als Pokal erhalten habe steht jetzt in meiner Wohnung, das Geräusch der zuklappenden Tore beim Durchlaufen habe ich bis heute noch im Ohr. Und auch das überwältigende Gefühl des Sonnenaufganges bei dem man nichts anderes hört als das Meer und seinen eigenen Herzschlag. Da habe ich drüber nach gedacht oben auf dem Altkönig. Und ich habe mich gefreut, in diesem Jahr habe ich wieder einen Startplatz für diesen Lauf, aber ich werde ihn dieses Jahr nicht alleine laufen sondern in einem Team und dazu in einem ganz besonderen mit Menschen die mich immer unterstützt haben und ich freue mich schon so sehr mit ihnen zu laufen. Einer dieser Menschen ist hat mich wieder an die Startlinie für einen Halbmarathon gebracht. Und als ich meinen ersten 100 Kilometer Lauf vor mir hatte und mir mein Herz in die Hose gerutscht ist da habe ich folgende Nachricht erhalten: „weisst du was, immer wenn mir jemand sagt, das ist unmöglich, denn sage ich, ich kenne da jemanden, der könnte das. Und das bist du Stella. Weil ganz ehrlich ich glaub einfach es gibt nichts auf der Welt was du nicht schaffen kannst.“ Seit diesem Tag trage ich ein Armband, ich frag mich allerdings noch aus was für Garn das gemacht worden ist, denn es hält immer noch. Ich habe es nie abgenommen und es erinnert mich immer an diese Worte.

Leider bin ich im Worte finden nicht immer so gut, oft zu direkt, das kommt dann so aus mir raus. Aber ich freue mich auf diesen Lauf, weil bei genau diesem Lauf mir mal jemand ganz viel Hoffnung zurückgegeben hat. Einfach so. Ich hoffe das kann ich auch, vielleicht nicht immer mit dem was ich sage, aber vielleicht mit dem was ich mache.

#cyclingforkids #radfahrenfürkinder #mountainsmatter

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