5 auf einen Streich

Moosheck, Windhain, Judenkopf, Schellenberg, Weisseberg

Die fahr ich alle gleich zusammen dachte ich mir. Am Morgen war ich schon den Altkönig und den Feldberg hochgelaufen, das Lauftraining nimmt so langsam wieder mehr Zeit in Anspruch, was mich riesig freut, und hatte mir das Fahrrad gleich mit eingepackt um noch ein paar Berge zu fahren für die 100 Berge.

Eine Taunus-Bergrunde, der Feldberg war auch noch mit dabei, allerdings hat der ja schon für die 100 Berge beim ersten Mal gezählt. Fährt man dann nach dem Feldberg in Richtung Seelenberg kann man eine wunderschöne Runde durch den Taunus geniessen, die zum Abschluss dann nochmals auf dem Feldberg (wenn man möchte) endet.

Zwischenstop am Feldberg

Auch wenn ich an diesem Tag schon ein wenig mehr Training in den Beinen hatte, war es ein riesen Spass noch eine Runde mit dem Fahrrad zu drehen.

Wenn ich gefragt werde was für Sport ich mache und sage ich bin Ultraläufer, dann kommt es oft vor das auf einmal die Gesprächspartner mir ihre Trainingswerte erzählen, wie viel sie trainieren, wie schnell sie sind und wie hart ihr Training ist. Meine Antwort darauf ist dann meistens: „und, macht es dir Spass?“

Einige finden diese Frage arrogant oder unpassend. Des öfteren habe ich hierfür auch schon Kritik bekommen, denn ich würde ja sicherlich auch viel trainieren. Und das stimmt, das mache ich sicherlich, aber und das ist gerade beim Ultralaufen wichtig ich habe immer den eigenen Anspruch an mich, dass es mir Spass macht. Ich fahre dann auch mal 5 Berge rauf, oder 7 mal den Tibidabo. Und natürlich bin ich hier ehrlich, ich fluche dabei auch manchmal und ja, es ist auch anstrengend. Aber trotz allem, macht es mir Spass und das ist auch das erste was ich versuche Menschen zu erzählen, wenn sie mich fragen, was für Sport ich mache. Das ich genau das mache was mir Spass macht.

Und sicher ist das nicht immer einfach, aber, wenn man mich fragt ob ich am nächsten Morgen wieder aufstehe und es nochmal machen würde, sage ich immer ja. Ja, ich würde, wenn der Trainingsplan es erlaubt jeden Tag einen Berg rauf laufen und ja, auch wenn es anstrengend ist und ich bestimmt eigentlich kein Frühaufsteher bin: ein Morgen in den Bergen ist immer ein Geschenk für mich. Und darauf kommt es an. Es interessiert mich nicht ob jemand hart oder viel trainiert. Es interessiert mich ob du für das was du machst brennst. Ob es dir Spass macht, auch wenn es nicht einfach ist.

Würdest du das am nächsten Tag nochmal machen. Ja, sollte hier immer die Antwort sein für mich zumindest. Fährst du noch einen Berg hoch? Ja. Weil das ist mein Sport und das ist wofür ich jeden Morgen aufstehe.

conquered…

Wir haben uns vor einigen Tagen bei unserem Morgentraining einmal darüber unterhalten. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde das ich kein Wettkampforientierter Mensch bin, wenn da eine Startlinie und ein Ziel ist, dann kämpf ich dafür. Ich bereite mich darauf vor und vor jedem Rennen bin ich wahnsinnig aufgeregt, immer noch, nach all den Jahren. Ich bin auch ehrlich, das ich stolz auf meine Platzierungen bin, aber und das ist eigentlich der Punkt auf den ich kommen möchte. Man freut sich bei einem Wettkampf. Aber diese Momente im Training, wenn du da draussen bist, in den Bergen, die Welt schläft, die Sonne geht auf und ich laufe. Die Stille, der Morgen, die Freiheit da draussen, das sind unbeschreibliche und unbezahlbare Momente. Dafür lauf ich und dafür bin ich dankbar und das ist so  viel wichtiger als alles andere.

Und wenn ich oben ankomme auf dem Berg und strahle, einfach weil ich da oben bin, wieder. Endlich wieder. Man sagt, Berge kennen alle Antworten auf unsere Fragen, manchmal auch auf die Fragen die wir selbst noch gar nicht kennen. Da glaube ich dran und sie werden mich immer daran erinnern wer ich bin. Ich bin meinen ersten Traillauf mit 12 Jahren gelaufen, es hat geregnet und ich bin gerannt, von der Start- bis zur Ziellinie, als würde es kein Morgen mehr geben. Durch Matsch, Regen und Steine. Im Ziel war ich völlig am Ende, aber ich habe gestrahlt, da brauchte die Sonne gar nicht scheinen.

Daran erinnere ich mich heute noch, wie sehr ich mich gefreut habe. Und irgendwie fühlt sich dieser Moment, wenn ich heute auf einen Berg laufe fast so an, unbeschwert, froh und mit ganz viel Freude im Herzen. Manchmal denk ich dann an das kleine Mädchen, was durch den Wald gelaufen ist und sich gefreut hat einfach nur weil sie gelaufen ist. Dieses Gefühl, das hab ich in meinem Herzen behalten. Die Berge werden immer dafür sorgen das dieses Mädchen genau das macht was sie so sehr gern hat, auch wenn der Weg manchmal lang ist. Mehr brauch ich nicht.

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