Der Wilde Kaiser

4 Wochen Trainingsplan stecken in den Beinen, viele vertikale Meter beziehungsweise Kilometer auch. In den letzten 4 Wochen bin ich neben vielen Berge 3 Rennen gelaufen, natürlich auch in den Bergen. Der Trainingsplan war so ausgelegt das ich im Zeitraum von 4 Wochen 25.000 Höhenmeter zu absolvieren (das waren ein paar Berge) und in der letzten Woche an 5 aufeinanderfolgenden Tagen mindestens einen Halbmarathon inklusive 1000 Höhenmeter täglich zu laufen, um dann am letzten Tag am Wilden Kaiser zu starten.

Blick vom Wilden Kaiser

25.000 Höhenmeter das ist circa dreimal den Everest hinauf, also nur von der Höhe und auch nicht ganz, beim dritten Mal würde man nicht mehr ganz nach oben hinaufkommen. 25 Kilometer in den Himmel, vertikal. Die Berge die ich bei diesem Training erlaufen und erleben durfte werde ich noch zur 100 Berge Sammlung hinzufügen, anfangen möchte ich aber mit dem Ende, weil da bin ich ja gerade wieder herunter und neben dem Training und den Wettkämpfen war leider nicht viel Zeit zum Schreiben.

In den ersten beiden Rennen konnte ich es zweimal auf’s Podium schaffen, das heisst ich musste mich   auch verdammt anstrengen, die Berge fordern einen immer wieder heraus. Der zweite Wettkampf startete mit einem vertikal Kilometer, das heisst man hat einen Höhengewinn von einem Kilometer in nicht mehr als 5 km Distanz. Aber darauf will ich gar nicht hinaus eigentlich. Höchstens Hinauf.

Vielmehr darauf, das der Letzte Lauf mit dem der Trainingsblock beendet wurde ein sehr wichtiger für mich war. Man denkt schnell nach dem Training müsste man total fit sein, wenn der Körper aber keine Zeit hat zu regenerieren, ist man das eben überhaupt nicht, aber genau das war das Ziel dieses Blocks. Einmal richtig müde in einen Wettkampf gehen. Warum? Ganz einfach um mal den Kopf zu prüfen. Mit am Start am Wilden Kaiser war auch Alina, für mich seit dem die Kaiserin vom Wilden Kaiser, bei mir war an dem Tag wirklich gar nichts mehr wild, ausser der Berg vielleicht. Kurz hinter dem Start merkte ich, da kommt gar nichts mehr und dann hab ich den Berg gesehen und Alina loslaufen lassen. Ich war einfach nur noch grau, wie man das so sagt, und ich mich da auch gefühlt habe, da hilft auch kein Energybar oder Coffeinshot mehr. Vor ein paar Jahren hätte ich an diesem Punkt einfach gesagt okay Schluss für heute, no chance, no race. Aber die Berge habe mir einiges beigebracht in den letzten Jahren und als ich an den Anstieg zum Wilden Kaiser kam, kam mir ein Lächeln auf’s Gesicht und ich fasste den Entschluss das ich heute einfach einen ganz wunderbaren Tag am Berg verbringen werde und dann über die Ziellinie. Ankommen. Weil ankommen zählt. Ein Ziel erreichen zählt halt manchmal auch und gerade dann, wenn es mal nicht so läuft. Jede Ziellinie zählt, habe ich einmal gesagt, vor ein paar Jahren als ich mit dem Laufen wieder angefangen habe. Egal ob ich schnell oder langsam bin, jede Ziellinie ist der Beweis dafür das es sich eben lohnt nicht aufzugeben.

Steinig ging es den Wilden Kaiser wieder hinunter

Viele Menschen mit denen ich mich unterhalte erzählen mir das sie auch laufen aber eventuell nicht so schnell oder nicht so weit oder oder oder. Meine Antwort darauf, und die kommt wirklich aus tiefstem Herzen ist und wird immer sein: „es ist völlig egal, wie schnell du bist, wie weit du läufst oder wie du läufst. Wenn du ankommst und dein persönliches Ziel erreichst habe ich jeden Respekt vor dieser Leistung.“ Wenn du deine Finisher Medaille in der Hand hast und dich freust, ganz ehrlich, dann bin ich dein grösster Fan.

so weit die Beine tragen

Ich bin mal mit einem Kilometer wieder angefangen, ich weiss wie schwer Laufen ist. So machte ich am Samstag meinen Weg am Wilden Kaiser und ganz ehrlich, ich hatte irgendwie auch richtig Spass dabei. Auf den letzten 4 Kilometern konnte ich noch eine weitere Läuferin mitnehmen deren Beine den Dienst bereits quittiert hatten, aber dann doch mit mir noch in Scheffau Freudestrahlend über die Ziellinie liefen. Das ist unser Sport. Die Berge, der Zusammenhalt und das Erreichen der Ziellinie. Dieses Mal eine ganz unwilde Fledermaus am Wilden Kaiser, aber auch nicht ohne Grund gab es diesen besagten Trainingsplan. In der nächsten Woche wartet eine neue Ziellinie. Neue Berge und neue Geschichten. Ich werde versuchen hier täglich eine Update zu schreiben, wenn möglich, für alle diejenigen die es interessiert wie es so ist 235 Kilometer durch die Berge zu laufen.

Der Wilde Kaiser war wunderschön. Ein wunderbarer Tag für den ich wieder sehr dankbar bin.

#FortheloveofSport #Mountainsmatter

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