RUHM Ultra – die Alpen des Nordens

Am Wochenende konnte ich beim RUHM Ultra starten. Vom Veranstalter auch als Ultra durch die Alpen des Nordens genannt der immerhin 1000 Höhenmeter mit sich brachte. Einen Alpenpass habe ich bei dem Lauf nicht gefunden, aber viele Male ging es bergan und auch wieder bergab, ich habe nicht mitgezählt wie oft, aber eins ist ganz sicher, es war sehr oft bis wir dann eine Gesamthöhe von knapp 1000 Höhenmeter erlaufen hatten.

Es war mein erster Ultra in Deutschland und auch mein bisher geografisch nördlichster Lauf. Für mich persönlich war es der wohl beste Weg meinen Geburtstag zu feiern. Auch wenn die Party etwas in Wasser gefallen ist, nicht wegen der Feier, sondern wegen der aktuellen Wetterlage an diesem Tag. Es hat geregnet wie aus Eimern, ich hätte im Prinzip auch die Wege hinunter einfach auf dem Schlamm auf dem Hintern herunterrutschen können, stattdessen habe ich dann lieber des Öfteren meine Schuhe im Schlamm verloren, ja, die guten weissen Traillaufschuhe, die waren am Ende alles, aber nicht mehr weiss.

Der Tag fing für mich somit nicht mit einer Geburtstagsüberraschung an sondern mit Läuten des Weckers um 3.30 Uhr in der Früh. Meine Hunde musste ich erst überreden das sie noch eine Runde mit mir spazieren gehen, die wollte lieber noch etwas weiterschlafen, was sie dann auch sofort gemacht haben, als es für mich dann statt Geburtstagskuchen ein Standard Ultrafrühstück gab. Cafe, Haferbrei mit Nüssen und Elektrolyte Gemisch. Und so machte ich mich auf den Weg nach Hamburg um die Berge zu suchen und den Regen zu finden. In der Kälte zu Laufen gehört nicht so zu meinen Stärken, das ist kein Geheimnis, um so spannender der bevorstehende Lauf bei definitiv nicht einladenden Temperaturen, hinzu ka noch das ich die letzten Wochen mit einem entzündeten Rückennerv gekämpft hatte und die Vorbereitung eher Richtung Schadensbegrenzung ging, eigentlich war bis 3 Tage vorher nicht einmal klar ob ich überhaupt starte, da selbst eine normale Treppe schon eine gewisse Herausforderung mit sich brachte. Aber und das hatte ich mir vorher gesagt, wenn zumindest die Schwellung verschwinden würde und somit der Druck vom Nerv auch, dann würde ich versuchen zu starten, schliesslich war ich noch nie in der Nordheide gewesen. Das ist jetzt nicht die beste Renntaktik, aber es kann halt auch nicht immer alles perfekt sein.

So stand ich dann am Start des RUHM und der Regen fing an. Ich war ja noch nie in der Heide oder dem Wildpark Schwarze Berge und so wollte ich mich mal überraschen lassen was der Tag so mit sich bringt.

Ich hatte einen wunderbaren Tag das kann ich nicht anders sagen, alles in allem, ein bisschen wacklig die ersten Kilometer, aber dann hatte es sich auch soweit eingelaufen und eingeregnet. Für jeden der mal die nördlichen Alpen kennenlernen möchte: startet bei dem RUHM oder einer anderen Distanzen die an diesem Tag auch ausgetragen werden. Die Strecke ist wirklich sehr schön, wenn auch ohne Gebirge aber mit viel hinauf und auch wieder herunter in einer wunderschönen Landschaft. Mein erster Besuch in der Norddeutschen Ultralandschaft hat sich somit zumindest für mich mehr als gelohnt und auch hier konnte ich wieder etwas lernen. Manchmal ist die Vorbereitung alles andere als optimal und auch mit viel Ungewissheit am Start kann man es mit Zuversicht sehr weit bringen. Bis ins Ziel. Das soll nicht heissen das man einen Ultra ohne grosse Vorbereitung starten soll, ich war, ich nenne es mal „nur“ verletzt, aber habe in den letzten Wochen versucht das Defizit so gut es ging zu kompensieren. Was ich sagen will ist vielmehr, das es nicht immer perfekt ist, aber man kann Lösungen finden für Probleme und darauf kommt es bei unserem Sport eben auch an. Die Aufgabe zu lösen mit den Mitteln die man zur Verfügung hat.

Ich glaube das habe ich getan an diesem Wochenende und konnte zuversichtlich mit einem Lächeln die Ziellinie überqueren. Mit mittlerweile kaputten Schuhen und dem Wissen das mich nach diesem Lauf eine Geburtstagstorte erwartet, besser gesagt ein Schokoladen Kuchen, mit Kerzen drauf. Im Ziel gab es schon die ersten Glückwünsche und gefeiert wurde natürlich auch. Ich bin also wieder ein Jahr älter, aber wie beim Überqueren der Ziellinie mal wieder bewiesen kein Stück vernünftiger 😊 ich bleib halt so für immer.

Über 400 Wettkampfkilometer sind es jetzt in diesem Jahr, und trotz der Zwangspause in den ersten Monaten schon über 2000 Trainingskilometer. Ich habe vor einigen Jahren mal mit einem Kilometer begonnen, den bin ich in 8 Minuten und 49 Sekunden gelaufen. Das weiss ich noch auf die Sekunde genau. Heute habe ich mir einen weiteren Ultra erarbeitet und auch geschenkt. Unser Sport ist nicht immer einfach, aber und das habe ich wirklich gelernt, es ist ein Geschenk ihn betreiben zu können, denn selbstverständlich ist es nicht sich die Schuhe anziehen zu können und loszulaufen und dafür werde ich immer dankbar sein. Auch bei Wind und Regen.

Was ich mir gewünscht habe beim Kerzen auspusten kann sich wohl jeder denken. Viele Berge sind da auf jeden Fall dabei.

Die Reise geht weiter, die Taschen bleiben gepackt, wie immer steht sie da, die Reisetasche, mein mobiles Zuhause. Neue Schuhe sind auch schon in der Einlaufphase und mich hat das Bergweh wieder fest im Griff. An seinem Geburtstag sollte man immer das machen was man am liebsten macht, und genau das habe ich getan. Ich war laufen.

Eine gute Zeit euch allen und bis bald viele Grüsse aus dem Norden.

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